Wanderweg:

Weyerbarger Sliekpadd

 

Für viele Worpsweder ist der Spaziergang über den Weyerberg die einfachste Möglichkeit, nach einem arbeitsamen Tag zur Entspannung und Erholung zu finden. Das Auftanken der Kräfte durch das Aktivieren der Sinne kann jeder Worpsweder Einheimische und Besucher bei diesem Gang erleben.

 

Die kleinen, unscheinbaren Erlebnisse stehen im Vordergrund:

  • das langsame Gehen in der Natur mit ihren landschaftlichen Höhepunkten,
  • das bewusste Wahrnehmen des Wetters,
  • das Spiel des Lichts am Himmel,
  • das Riechen von Blütenduft,
  • das Lauschen auf die Vogelstimmen in der Morgen- oder Abenddämmerung.

 

Der geplante Weg hat den Namen: „ Weyerbarger Sliekpadd“ bekommen. Der Weg soll anregen, langsam zu gehen, Neues zu entdecken, die Natur wahrzunehmen, die Sinne anzuregen, sowie Möglichkeit bieten, zu entschleunigen.

 

Verlauf des „ Weyerbarger Sliekpadd“

Der „ Weyerbarger Sliekpadd “ beginnt im touristischen Zentrum  Worpswedes an der Touristikinformation in der Bergstraße. Er geht die Lindenallee hinauf. Die beeindruckende Allee regt besonders zur Blütezeit alle Sinne an. Die Baumkronen summen von den vielen Bienen und verströmen einen wunderbaren Duft.

 

Rechts geht es in den Overbeck Weg. Dort befindet sich ein Blühstreifen, der den ganzen Sommer über die Sinne erfreut.

 

Vor dem Friedhof ist ein ehemaliger Acker, der jetzt mit Buchweizen, Saatwucherblume und Kornblumen bestellt wird. Die Kirchengemeinde unterhält am Rand einen Streifen mit Sonnenblumen und Dahlien, die gegen eine Spende auch gerne geschnitten werden können.

 

Dann führt der Weg vor dem Fußballplatz nach links zum Manfred-Hausmann-Weg. Das Gehölz verbirgt einige alte Apfelbäume und Buscheichen.

 

Neben dem Wasserhochbehälter am Manfred-Hausmann-Weg plant die Gruppe einen Aussichtsturm, so dass der einmalige Rundblick rings um den Weyerberg in die weite Niederung wieder möglich ist. Diese höchste Erhebung Worpswedes wird von vielen Wanderern erwartungsvoll erstiegen, um den Blick in die Landschaft zu genießen.  

 

Entlang des weiteren Verlaufs des Manfred-Hausmann-Wegs befindet sich ein weiterer Blühstreifen, dieser wird als einjähriger Streifen von dem Landwirt angelegt, um der Monokultur durch die intensive Landwirtschaft entgegen zu wirken. Die Blühstreifen insgesamt dienen als Bienen und Insektenweide und werden im Herbst stehen gelassen, so dass sie im Winter den Vögeln und dem Wild noch Nahrung bieten.

 

 

Am Ende des Weges, vor dem Niedersachsenstein, ist links ein Blühfeld, das zukünftig eine besondere Augen- und Bienenweide darstellen soll. Dieses Blühfeld ist vor Jahren angelegt worden. Es haben sich die blühenden Pflanzen durchgesetzt, die auf diesem Standort die besten Bedingungen vorfanden. Im Sommer geht hier gegen Sonnenuntergang oft eine Ricke (weibliches Reh) hinein, die aus dem Getreidefeld kommt. Sie findet hier zusätzliche Nahrung in Form von Kräutern. Da Rehe Selektivfresser sind, suchen sie ständig nach abwechslungsreicher Kost, sie würden in einer Monokultur nicht leben wollen.

 

Rechts geht es den Lisel-Oppel-Weg weiter. Auf der kleinen Wiese links sollen Ruheliegen für Himmelsseher gebaut werden. Ein paar Schritte weiter könnten zwei Himmelsgucker (Röhren, durch die man den Himmel ausschnitthaft betrachten kann) entstehen.

Manfred Hausmann schrieb schon:

„Worpswede, das ist nicht nur eine Landschaft, sondern eine Himmelschaft.“ (frei zitiert).

 

Am Ende des Wäldchens wird ein Insektenhotel entstehen. Diese kleinen Helfer sind wichtige Bestandteile eines intakten Ökosystems. Dieses Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Worpsweder Schule erstellt werden.

Station „Totholz“ am Waldrand:
Wenn Bäume oder Äste absterben beginnt ein Verrottungsprozeß, von dem viele andere Lebewesen profitieren oder sogar existieren. Pilze siedeln sich an und Insekten legen ihre Eier in das morscher werdende Holz. Die Insekten ziehen Vögel an und lassen sie die Todhölzer untersuchen. Spechte nutzen das weichere Holz zum Bau von Höhlen. In verwaisten Spechthöhlen finden auch andere Tiere wie beispielsweise Fledermäuse Unterschlupf. Außerdem klingt das oft hohle Holz besser als frisches und wird deshalb von den Spechten gerne als Klanginstrument benutzt. Ihr Trommeln ist oft weithin hörbar. Oft wird das Totholz allerdings aus dem Wald entfernt. Zu groß ist die Angst der Waldbesitzer vor Schädlingsbefall. Erst in den letzten Jahren hat ein Umdenken stattgefunden. Der Naturschutzgedanke setzt sich allmählich durch und so findet man wieder häufiger Totholz im Wald. Ein entsprechender Platz soll hier im Wald angelegt werden.

Der Westhang mit seinem weiten Ausblick in die Landschaft ist schon vor den Zeiten der ersten Künstler und Künstlerinnen Ziel mancher Spaziergänge gewesen. Auch der vorhandene Bootssteg kann in das Gesamtkonzept integriert werden. Ob die Spaziergänger den Sonnenuntergang genießen oder über den Klimawandel sinnieren, der Platz lädt zum Verweilen ein.

Der Acker rechts oberhalb des Weges bis zum Susenbarg ist ein Buchweizenfeld. Buchweizen ist, anders als der Name vermuten lässt, kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs. Es ist äußerst anspruchslos und wurde deshalb von den Moorbauern als Erstes auf den abgetorften Moorflächen angebaut. Der Ertrag ist sehr schwankend, so dass der Anbau in der Region immer weniger wurde. Der Buchweizen blüht den ganzen Sommer über in weißen bis zart rosa Tönen und bildet die Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Im Herbst verfärben sich die Stengel in ein kräftiges Dunkelrot. Über die Samen freuen sich die Vögel und Tiere im Winter.

 

Parallel zum weiter unten verlaufenden Fritz-Mackensen-Weg ist ein weiterer einjähriger Blühstreifen, der von den Landwirten angelegt wird.

 

Wenn man den Susenbarg weiter hinauf geht kommt man auf das geplante Open Air Klassenzimmer zu. Hier können sich Schüler zum Unterreicht in der Natur versammeln oder Gäste an einem Vortrag teilnehmen. Holzpflöcke zum Sitzen und eine niedrige Wand aus umgedrehten Bäumen markieren diesen Platz.

 

Der Weg führt in den Wald, zu der Lichtung mit dem Findorff-Denkmal, dem Platz, an dem der Landgraf Friedrich von Hessen-Eschwege sein Lustschloss plante und anfing zu bauen. Die jetzige Nutzung als temporärer Versammlungsplatz zeigt die spürbare, besondere Ausstrahlung dieses Ortes. Sie könnte durch eine sensible Möblierung mit Sitzgelegenheiten zu einer Oase der Ruhe für die Spaziergänger werden. Im Frühjahr und Sommer ergibt das nahezu geschlossene Blätterdach der Buchen den Charakter eines großen Raumes bzw. einer hohen Kathedrale  Es gibt außerdem die Idee, an diesem Platz nach den Grundmauern dieses Schlosses zu suchen. Durch eine künstlerische Installation, die flach im Boden eingelassenen wird, könnte dieser Schlossplatz wieder in Erinnerung gerufen werden.

 

Der Weyerbarger Sliekpadd folgt dann dem Weg hinter der Mackensen-Villa, dem Wohnhaus des Begründers der Worpsweder Künstlerkolonie, in den Ort hinunter. Die Findorffstraße wird in Richtung Straßentor überquert.

 

Der Weg führt nun in das historische Zentrum des Bauerndorfs Worpswedes. Hier kann man die Entwicklung des Bauerndorfes zum Künstlerort nachvollziehen. Die ehemalige Bötjersche Hofstelle ist heute unser Rathaus. Vor diesem steht die rekonstruierte alte Feuerglocke des Dorfes, die bei Gefahr geläutet wurde. Heute ruft sie nur noch zum Erntedank. In der Scheune der ehemaligen Hofstelle Tietjen arbeiten Bildhauer, so dass Sie hier einen Skulpturengarten mit aktueller Kunst besichtigen können.

Hier endet der Worpsweder Wandelpfad auf dem Rastplatz.

Die Mackensen-Eiche
Die Mackensen-Eiche


Soziale Komponente des Weges
Naturpädagogik ist gelebte Pädagogik.
Praxisorientiertes Lernen steht hier immer im Mittelpunkt. Naturerfahrungen gehören für viele Menschen heute nicht mehr zum selbstverständlichen Alltag dazu. Vor allem in städtischen Ballungsgebieten fehlen oft die direkten ursprünglichen Begegnungen mit und in der Natur. Allerdings sind diese gerade für Kinder von essenzieller Bedeutung. Die veränderte Lebenswirklichkeit von Kindern, gerade auch in der Umwelt- und Naturerfahrung, erfordert auch eine veränderte berufliche Qualifikation der pädagogisch Tätigen.

Zwei Ebenen möchte der „ Weyerbarger Sliekpadd “ vereinen. Er kann sowohl für Kinderprogramme, wie auch für Erwachsenenbildung genutzt werden.

Ziele der naturpädagogischen Arbeit auf dem
„ Weyerbarger Sliekpadd “
Die Ziele der naturpädagogischen Arbeit werden mit Hilfe der thematischen Schwerpunkte

  • "wachsen und werden",
  • "hegen und pflegen",
  • "Sinne",
  • "Elemente",
  • "Bewegungsanreize" und
  • "naturnahes Wohnen" realisiert.

Die Erlebnisbereiche am „ Weyerbarger Sliekpadd  “ bieten dazu eine Vielzahl von Anregungen.

Unser besonderes Anliegen ist, einen verantwortungsvolleren Umgang mit Lebewesen und der Umwelt zu initiieren. Damit ist letztlich auch ein bewussterer Umgang mit der eigenen Person verbunden. Die Auseinandersetzung mit der Natur, ihren Phänomenen und Prozessen hat positive Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung der Kinder.

Weitere Ziele

  • Schulung der Sinne, Anregung der Fantasie, Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Vermittlung von Werthaltungen und Schlüsselkompetenzen fachlicher, methodischer und sozialer Art, Einschätzung und Handhabe der eigenen Fähigkeiten
  • Zeit und Raum geben für Naturbegegnung und Naturerlebnisse, Spiel und Bewegung, Basteln und Kreativität, Ruhe und Kommunikation


 

Stationen des Weges

Die geplanten, einzelnen Stationen des Weges finden Sie auf diesem PDF-Plan:

Worpswede Ortsplan Weyerbarger Sliekpadd
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